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  • Thorsten Wolf | Agile4Work

Agile Transformation - 5 Tipps


Agile Transformation als Change Prozess aufsetzen, womöglich noch mit einem Projekt-Team? Keine gute Idee! Warum? Weil es ein Widerspruch in sich ist. Veränderungsprozesse top-down, als Roll-out zu initiieren lässt sich mit der agilen Arbeitsweise nicht vereinbaren. Man kann es trotzdem versuchen, zeigt aber damit, dass man die Prinzipien des agilen Arbeitens im Kern nicht verstanden hat.

Veränderung in agilen Organisationen ist ein permanenter Prozess, den die betroffenen Mitarbeiter selbst organisieren und umsetzen, wenn man sie nur lässt. Dabei ist eine unterstützende Führung (Supportive-Leadership) hilfreich und kann einiges zum Erfolg beitragen: sie kann Impulse für den Wandel geben und die Veränderung unterstützen, aber nicht steuern und kontrollieren. Hier ein paar Tipps, wie die Agile Transformation gelingen kann:

Verbündete suchen

Es gibt in jeder Organisation, auf allen Ebenen Mitarbeiter, die eine Transformation hin zu einer agilen Organisation begrüßen und unterstützen würden. Warum? Weil sie mit der aktuellen Situation unzufrieden sind. Natürlich jeder für sich aus unterschiedlichen Gründen: persönliche Entwicklung, Führung, Arbeitsprozesse, usw. Aber die Ursache bleibt dieselbe: eine unzeitgemäße, post-agile Organisationsstruktur. Und diese Mitarbeiter müssen Sie finden, denn das sind Ihre Unterstützer für die Transformation. Um die Anderen brauchen Sie sich - vorerst - nicht zu kümmern.

Zeigen, was möglich ist - zeigen was ist

Es gibt zahlreiche Beispiele für gelungene Transformationen ganz unterschiedlicher Organisationen und Filmprojekte, die über 20 dieser Unternehmen porträtiert haben: AUGENHÖHEwege oder Musterbrecher zum Beispiel. Sorgen Sie dafür, dass das Thema publik wird. Organisieren Sie Dialogveranstaltungen mit den Filmen und zeigen Sie an konkreten Beispielen, was heute in Unternehmen bereits umgesetzt wird. Bringen Sie das Thema „Agile Organisation“ in die Kommunikation und stellen Sie sicher, dass es dort bleibt: organisieren Sie Veranstaltungen und netzwerken Sie, tun Sie was nötig ist, um die Flamme am brennen zu halten. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Agilitätscheck in Form einer Mitarbeiterbefragung? Dabei wird deutlicher, was agiles Arbeiten bedeutet und wo die eigene Organisation steht.

Gehen Sie aus dem Weg

Die Mitarbeiter sind perfekt darin, Baustellen im Unternehmen zu identifizieren und selbst für Abhilfe zu sorgen. Aber Sie müssen sie lassen. Experimentieren Sie mit der neuen Form des Arbeitens: Eröffnen Sie Räume, in denen selbstorganisiertes arbeiten an den Baustellen möglich ist. Das Arbeiten an den Baustellen ist freiwillig! Finden sich keine Mitarbeiter für die Baustelle, ist es vielleicht keine. Auch Ziele und Vorgaben für die zu lösenden Probleme sind hier kontraproduktiv! Bleiben Sie ergebnisoffen, nur so entstehen echte Innovationen. Unterstützen Sie die Mitarbeiter, reibungslos zusammenarbeiten zu können und räumen Sie Hindernisse aus dem Weg. Das ist Ihr Job, das ist agile Führung.

Experimente brauchen ein Labor

Anders formuliert: sie brauchen einen Schutzraum und jemanden mit der nötigen Macht, diesen auch zu verteidigen. Denn: alle bisherigen Prozesse und Regeln der Organisation müssen, wenn nötig, von den Mitarbeitern außer Kraft gesetzt werden können, um eine Transformation überhaupt möglich zu machen. Und das bei laufendem Betrieb. Keine leichte Aufgabe. Aber spannend, denn im Labor findet Kollaboration und Lernen statt, und das in Echtzeit. Und wie bei jedem Experiment: Scheitern ist eine Option und eine Möglichkeit, es nächstes Mal besser zu machen.

Transparenz für den Roll-in

Damit sich die neuen Arbeitsweisen im Unternehmen verbreiten, müssen sich möglichst viele Nachahmer finden. Daher ist es unabdingbar, die Labore transparent zu gestalten: jeder muss miterleben können, welche Möglichkeiten New Work bietet, wie und mit welchen Methoden gearbeitet aber auch, wie dabei mit Hindernissen umgegangen wird. Erfolge und Misserfolge müssen kommuniziert werden und viel wichtiger: was daraus gelernt wurde. Und dann ist es wie bei einem Labor mit defekten Filtern: die Keime der Transformation dringen nach Außen und infizieren immer mehr Teile des Unternehmens. In agilen Organisationen nennt sich das dann: Roll-in.

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